Montag, 21. Juli 2008

Hitze und andere Überschwemmungen

Hallo ihr Lieben!
Wird mal wieder Zeit, dass ich mich blogmässig melde. Ich hatte bzw. habe immer noch viel Besuch und neben gemütlichen Schwätzchens und touristischen Spaziergängen, Dolmetscherinnentätigkeiten, stundenlangen Busfahrten und kulinarischen Entdeckungsreisen, hab ich nun wieder Zeit und Energie zu Schreiben.
Die erste Besucherin war die liebe Ina. Sehr fein war das! Dann meine Eltern. Die sind nach zwei Tagen nach Malaga gefahren, weil sie ja mit Joses Cousin Haustausch machen. Dort angekommen, waren sie hin und weg, weil das Haus auf einem Hügel mit Blick auf Meer liegt und einen netten Garten mit Swimmingpool hat. Ausserdem kommt dreimal die Woche die Putzfrau und einmal die Woche der Gärtner. Also Luxus pur und meine Eltern glücklich. Aber: Gleich am ersten Morgen klingelte das Telefon. Ich hörte nur meine Mutter aufgeregte ins Telefon rufen: "Jo Stefan, was ischt passiert?? Was?? der Keller steht unter Wasser!!?" Jetzt hat es doch tatsächlich in Vorarlberg wiedereinmal so geschifft, dass das Grundwasserpegel so dermassen anstieg, dass es unseren Keller unter Wasser setzte. Der erste Tag in Malaga war also geprägt - neben meinem riesen Kater - von nervösem Abwarten und sicherheitshalber Rückflüge checken. Joses Cousin war auch schon unterwegs Richtung Dornbirn...Aber schlussendlich kam der erlösende Anruf von meinem Onkel: Er macht das mit meinem Bruder, das würde schon gehen. Meinen Eltern ist wirklich ein Stein vom Herzen gefallen - und Joses Cousin - der brav mitgeholfen hat, den Keller zu räumen - und seiner Freundin sicher auch. Jetzt haben sie 10 Grad und es hat auf 1700m runter geschneit. ;)

Hier in Madrid hat es dafür eine Affenhitze. Der Frodo wohnt bis Mittwoch auch bei uns, der mag sich gar nicht mehr bewegen. Mein Bruder und der Philipp sind jetzt bei uns auf Besuch. Am Donnerstag fahren wir dann nach Malaga zu meinen Eltern und ans Meer!! Juhuu, wieder Urlaub!! Das gefällt mir.
Sonst gibt es nichts mehr neues, ausser dass ich zum Gender-Studies-Master zugelassen wurde. Aber das ist eh keine grosse Überraschung...

Und: Irgendwann werd ich euch noch über Palästina berichten, weil das fehlt ja noch in meiner Reisereportage. Aber dazu muss ich mir wirklich Zeit nehmen, da es ein sehr trauriges Thema ist.

Ich vermisse euch alle sehr! Ich hoffe es geht euch gut und ihr geniesst den Sommer!!

Besos

Sonntag, 29. Juni 2008

... and FINALly Spain!

Wie schnell doch die Zeit vergeht....
Denn ich bin bereits zurück in Madrid. Gestern Abend sind wir gelandet, nach einem ganzen Reisetag.

Seit ich das letzte Mal hier schreiben konnte, habe ich viele neue Dinge erlebt und gesehen - und viiiele Fotos gemacht. Also, alle die ihr mich besuchen kommt: Macht euch auf was gefasst!!
José und ich wir waren zwei sehr gute Touristen. Wir haben viele Fotos gemacht, viele tausende Jahre alte Ruinen besichtigt, Touristenpreise bezahlt (obwohl wir schon sehr gut Handeln können), viel eingekauft (wir hatten Übergewicht, was aber kein Problem war am Flughafen) und wir sind braungebrannt.

So, kurz zusammengefasst möchte ich euch erzählen, was wir so alles besichtigt und gesehen haben. Nach einer Woche in Damaskus sind wir Richtung Osten nach Palmyra in die Wüste gefahren. Palmyra ist ein größeres Dorf mitten in der Syrischen Steinwüste mit vielen Oasen. Die Hauptattraktion dort war die alte Ruinenstadt und die römischen Gräber, die fast 2000 Jahre alt sind. Es war sehr beeindruckend zwischen den Steinen umherzugehen und sich vorzustellen, wie die Menschen dort vor so langer Zeit gelebt haben und wie sie diese mächtige Stadt erbaut haben. Wir haben in Palmyra übernachtet und sind am nächsten Tag weiter nach Tartus gefahren.

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Tartus liegt zwar am Meer ist aber eine sehr neue Stadt und hat eigentlich wenig zu bieten. Wir sind dorthin, weil uns Rasha - eine Freundin von FTW - zu sich nachhause eingeladen hat. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie gastfreundlich die Leute sind (auch in der Türkei). Wir wurden königlich betreut und empfangen und Rashas Mutter kochte für uns auf, das wir gar nicht wussten, was zuerst essen. Wir verbrachten drei sehr nette Tage mit Rasha und ihrer Familie bis ich versuchte mein Visum zu verlängern... Laut Lonely Planet und der österreichischen Botschaft sollte dies eigentlich kein Problem sein, aber die syrische Bürokratie ist sehr schwer zu durchschauen und die Regeln ändern sich laufend. Kurz um, ich konnte mein Visum natürlich nicht verlängern und musste ausreisen, damit ich bei der Einreise ein neues Visum bekommen konnte. Also entschieden wir uns in den Libanon zu fahren und zwar nach Tripolis. Das ist nur 1,5 von Tartus entfernt und wurde im Lonely Planet als nettes Ausflugsziel angepriesen. Aber ich sage euch, also so eine dreckige und eklige Stadt hab ich in den ganzen zwei Monaten nicht gesehen. Müll überall auf den Straßen, es stank und dann spazierte noch ganz gemütlich eine Ratte vor uns über den Gehsteig. Schade, weil Tripolis ist wirklich eine sehr beeindruckende Stadt, aber halt leider überhaupt nicht gepflegt.
Am nächsten Tag sind wir dann gleich wieder zurück nach Syrien und zwar zum Krak de Chevalliers. Das ist eine alte Kreuzritterburg ziemlich in der Mitte von Syrien. Wir blieben dort ganze drei Tage, weil es dort so schön ruhig war und unser kleines Hotel einen kleinen Swimmingpool hatte. Ich finde ja Burgen nicht besonders spannend, aber diese ist so unglaublich gut erhalten und man kann einfach durchspazieren und herumklettern. Man wird wirklich in der Zeit zurück versetzt. Wir sind 3 Stunden lang dort herumgestiegen und José konnte gar nicht genug davon kriegen...In dem Dorf, wo unser Hotel war, kannten uns die Kellner vom Restaurant neben an schon und wir wurden wiedereinmal königlichst bedient... Wir haben auch gelernt unseren Sonder-AusländerInnen-Status auszuntzen und uns wurde extra das letzte Österreichmatch und dann das Spanienmatch auf einem englischen Kanal gezeigt. So viel Fussball wie im letzten Monat hab ich überhaupt noch nie gesehen. Aber Abends war meist nirgends was los und wir hatten immer Lust auf ein kühles Bierchen, sei es ein türkisches EFES oder ein libanesisches Almaza (das syrische Bier probiert man lieber nicht).

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Nach diesen sehr ruhigen Tagen fuhren wir nach Aleppo ganz im Norden von Syrien. Dort trafen wir dann Bärbel (meine Mitbewohnerin aus Damaskus) und ihren Bruder. Wir waren wieder brave Touristen und haben wieder ein paar Ruinen besichtigt und haben körig eingekauft. Vor allem der Jose und ich: wir haben unsere Einkäufe bis zum Schluss aufgeschoben, damit wir nicht so viel schleppen mussten. Wahnsinn, ich hätte einkaufen können ohne Ende dort. Aber mein Budget ist begrenz...Also kauften wir vor allem Sachen für die Wohnung: ein Tischchen, einen wunderschönen Bettüberwurf (armenisch, mit natürlich gefärbter Seide bestickt), und einen Teppich. Überall mussten wir feilschen und handeln, aber es machte uns Spass. Die Leute sind sehr nett und respektvoll, die meisten zumindest. Handlen gehört dazu. Der Teppichkauf war das lustigste und endlich konnten wir uns zwischen den vielen Teppichen für einen entscheiden. Wir haben das bezahlt, was wir wollten und haben (unserer Meinung nach) bestens gehandelt. Der Teppichverkäufer freute sich auch sehr und beglückwünschte uns per Handschlag und einem freudigen "Congratulations" für unseren super Kauf.

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Dann ging es mit Sack und Pack und neuem Koffer auf in die Türkei. Die Busfahrt war recht anstrengend, da der Buseigentümer wohl mehr Geld mit dem Schmuggeln von Mate-Tee und Zigarretten macht, als mit den Passagieren. So mussten wir geduldig warten, bis alle Päcken gut versteckt waren und alle Waren eingetroffen sind. Und nach der Grenze wurden sie wieder ausgeladen ... Schließlich kamen wir aber doch heil jedoch weniger munter (wir mussten um 4 Uhr morgens aufstehen) in Antakya an. Antakya ist ein nettes Städtchen, das zu Fuße von recht hohen Bergen liegt. Zum Glück haben wir im Bus einen 80ig (!) jährigen Neuseeländer getroffen, der uns den Türkei Lonely Planet kurz ausgeliehen hat. So konnten wir von Antakya aus billige Hotele am Strand vorbuchen...
In Antakya angekommen fühlten wir uns, als ob wir wieder in Europa wären. Die Straßen waren sauber, die Frauen hatten Röcke und Tops an, überall gab es Internet....Leider sprechen die TürkInnen so gut wie kein Englisch oder Deutsch (zumindest außerhalb der großen Tourismusgebiete). Mit müh und Not fanden wir das Tourismusbüro. Das brachte uns dann doch nicht so viel, weil der Angestellte dort nur Türkisch sprach...Wir schafften es aber doch ein Busticket nach Kizkalesi für den nächsten Tag zu kaufen. Wir schliefen schon, als wir in regelmäßigen Abständen durch Jubelschreie, die in durch die ganze Stadt hallten, aufgeweckt wurden: Es waren die Elf-meter Schüsse, die die Türkei ins Viertefinale brachte. Und schließlich brach der Endjubel aus und binnen fünf Minuten war ganz Antakya auf der Straße, mit hupenden Autos, ganzen Familien auf einem Motorad und riesigen Flaggen! Wir sind auch wieder aufgestanden und haben mitgefeiert.
Am nächsten Tag sind wir dann nach Kiskalezi an den Strand. Das Hotel war sehr nett, direkt am Strand und der Liegestuhlmann sprach ein bisschen Englisch, mit imitierten amerikanischen Slang. Wir liehen uns uns sogar zwei Kanus aus und sind zur Burg gerudert, die auf einer kleinen Insel direkt vor dem Strand lag. Sonst lagen wir nur im Schatten (und bekamen trotzdem einen mortz Sonnenbrand), lasen viel (bin total hin und weg von "Die Nebel von Avalon") und hatten es fein.
Nach drei Tagen sind wir dann weiter Richtung Antalya nach Anamur. Dort hatte es eine Hitze!!! Das Klima ist dort fast tropisch und daher gibt es dort auch Bananen. Anamur war ein Kaff, aber die Leute wie immer sehr sehr nett. Wir wurden zwei Mal einfach so zum Abendessen eingeladen, von wildfremden Leuten.
Ich bin echt begeistert von der Türkei, die Leute sind sehr ruhig, respektvoll und aufgeschlossen und die Natur und die Landschaften sind wunderbar. Da muss ich unbedingt noch mal hin, aber mit genügend Zeit und einem Campingbus.
In Anamur liehen wir uns ein altes Auto aus, damit wir zu den schönen Stränden kamen, denn sonst gab es nur überfüllte und nicht sehr spandende Orte zum Baden.
Aber wir waren fast die einzigen ausländischen TouristInnen, was wir sehr genossen. Der Strand vor Anamurion - wieder einer 2000 alten römischen Ruinenstadt - hat uns am besten gefallen: karibisch türkises Wasser, glasklar und weißer Kiesstrand. Wir baden neben einem alten Tempel, indem es völlig intakte und nur provisorisch abgedeckte Mosaikböden gab. Es war sehr toll, an so einem Ort zu baden.

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So, und nach vier Tagen dort sind wir morgens nach Antalya gefahren, für den Rückflug. Es war sooo heiß!

Und jetzt bin ich wieder in Madrid, wo es fast kühl ist, verglichen mit der Türkei. Wir haben schon alles ausgepackt und gewaschen und nacher gehen wir zu Joses Mama Essen!!! Hmmm, es gibt Garbanzos con Marisco (Kichererbsen mit Meeresfrüchten).

So, Mahlzeit dann euch allen!!

.... Ach ja: und hoffentlich gewinnt Spanien!!! Viva Espania!

Montag, 9. Juni 2008

Vom Studentenleben hinueber zur Touristin

Hallo wiedereinmal!
So jetzt find ich endlich wieder Zeit und Lust zu schreiben, nachdem ich schon einige Beschwerden und besorte SMS bekommen habe, da ich nichts mehr von mir hoeren lasse, schreib ich euch jetzt mal wieder ein bisschen von meinem jetzt touri-leben hier in syrien.
Meinen Arabischkurs habe ich erfolgreich hinter mich gebracht und kann jetzt auch schon kleine, einfache Konversationen fuehren, ohne dass ich bei jedem wort eine halbe minute ueberlegen muss. also, es hat viel gebracht, aber ich merk schon, wie schnell das alles wieder in die hintere hirnhaelfte rutscht....der jose ist auch gut gelandet und wohnt jetzt bei mir. die hausbesitzerin will ein heidengeld dafuer, da muss ich jetzt noch einen guten preis aushandeln. Das wird meine grosse Arabischabschlusspruefung. mal sehen.
Gestern waren wir in Bosra, das ist ganz im sueden gleich an der Grenze zu Jordanien. Dort gibt es ein wahnsinnig beieindruckendes Amphietheater und roemische Ruinon, auf denen wir einfach so herumgekraxelt sind. Die haben hier ja so viele Ausgrabungen, alte Burgen und Schloesser, dass die gar nicht mit dem restaurieren und ausgraben nachkommen. Es ist sehr beeindruckend zu sehen, wie gut erhalten das alles ist, wobei diese Ruinen oft 2000 Jahre alt sind.
Auch Syrien ist im Euro (hier ausgesprochen> yuro) Fieber. Gestern hab ich sogar das match gesehen Oesterreich gegen Kroatien und ganz schoen mitgefiebert. Ich habs sogar auf ZDF gesehen (ja, die Seebuehne ist toll!), weil wir es bei der Sekretaerin von der oestterreichischen Botschaft angeschaut haben. Denen fehlt es an nichts und wir haben sogar ein Goesser gekriegt!

So, na dann, hier ist die klimanalage einfach zu kalt!
Ich hoffe euch gehts gut!
Besos!

Donnerstag, 29. Mai 2008

Welcome in the land of peace!

... nachzulesen unter

http://fm4.orf.at/connected/222767/main

Veronikas Reportage von Syrien!!
Find ich echt gut!

Dienstag, 27. Mai 2008

fuer alle die es verpasst haben!

...bis freitag gibts auf connected beitraege von Follow the women! ausserdem krieg ich die mp3. da duert ihr dann auch reinhoeren!

besos

Montag, 26. Mai 2008

Onair und Online

Also da gibts jetzt eine Reportageserie im Internet und im Radio auf FM4 von der Veronika Weidinger, und die schaut wirklich toll aus. Also, reinschaun und reinhoeren:

http://fm4.orf.at/connected/222724/main

Also da gibts jetzt eine Reportageserie im Internet und im Radio auf FM4 von der Veronika Weidinger, und die schaut wirklich toll aus. Also, reinschaun und reinhoeren:

http://fm4.orf.at/connected/222724/main

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, wir waren in Syrien und auf dem Weg in den Golan.
Die Route im Golan hat mir eigentlich am Besten gefallen, jetzt vor allem landschaftlich gesprochen. Diese flache, steinige fast weisse Hochebene, in der Ferne die Berge (auf dem Hoechsten, dem Mount Herman da sitzen die oesterreichischen UN Soldaten schon seit fast 40 Jahren drauf), der blaue Himmel, die Schafhierten mit ihren Herden, die leichte Brise im Gesicht...ja, das hab ich wirklich genossen.

Schafhierte im Golan

Aber gleichzeitig schwingt da ein mulmiges Gefuehl mit, denn wir befanden uns ja in einer von der UN abgeriegelten Sperrzone, wo man ohne Bescheid gar nicht reinkommt. Der Golan ist heiss umkaempftes Gebiet. Die Israelis haben den Golan im 6-Tageskrieg 1967 besetzt und 1981 gegen das Voelkerrecht annektiert. Die Menschen, die in den besetzten Gebieten leben, haben keinen Pass und koennen den Golan nicht verlassen. Die einzige Moeglichkeit dort raus zu kommen ist, einen\eine SyrerIn zu heiraten (siehe Film: Die syrische Braut) oder zu studieren. Nach dem Studium muessen sich die StudentInnen entscheiden, ob sie niemehr in ihre Heimat und somit zu ihrer Familie, oder fuer immer dorthin zurueck kehren. Frueher, als es noch keine Handys gab, konnten die Menschen auf den beiden Seiten kaum miteinander kommunizieren. Sie taten dies, indem sie sich von der einen Seite, von einem Berg aus zur gegenueberliegenden mit Megaphonen zuriefen. Dieser Ort wird Shouting Hill genannt. Wir waren auch da und ich wurde dort sehr, sehr traurig. Man erwartete uns auch am Shouting Hill wie immer, nur diesmal waren die Menschen auf der anderen Seite, auf der besetzten. Wir sahen sie nur von Weitem und hoerten ihre Reden im Echo der Berge. Zwischen uns: Mit Starkstrom geladener Zaun, rundherum und darauf Stacheldraht. Zwischen Stacheldraht und Zaun ist ein feiner Sandweg, der taeglich von den Israelis geglaettet wird - damit man die Fussspuren sehen kann, sollte es jemand unbemerkt ueber den Zaun schaffen...
Wie kann es sowas bitte in unserer Zeit noch geben? Ich habe den Schmerz dieser eingesperrten Menschen richtig spueren koennen. Viele Familien wurden durch diesen Zaun voneinander getrennt und haben sich seither nicht mehr wiedergesehen. Auf dem Foto seht ihr hinten rechts, ganz klein eine syrische Flagge. Das ist unser Empfangskommitee.

Shouting Hills. Siehe Film: Die syrische Braut

Vor den Shouting Hills waren wir in Quneitra. Das ist eine Ruinenstadt die in der von der UN bewachten Sicherheitszone liegt. Die Stadt wurde im allerwahrsten Sinne des Wortes dem Erdboden gleich gemacht . Platt, leer, zerbomt im Krieg von Israel. Das ehemalige Krankenhaus: vollkommen durchloechert, rundherum hohes Gras und Mohnblumen. Wundrschoen aber toedlich, denn dort ist alles vermient.

Ich sprach mit einem oesterreichischen UN-Soldaten und erklaerte ihm, was wir Frauen hier auf unseren Raedern wollen (weil er gar so ueberrascht dreingeschaut hat). Er meinte: "Wenn ihr den Frieden fordern wollt, dann seid ihr aber auf der falschen Seite"
Der Golan ist fuer Isreal enorm wichtig (einmal abgesehen von der zionistischen Ideologie, die ganz Palestina fuer sich allein und ohne ethnische Mischung beansprucht): Erstens haben sie somit das ganze Wasser, das dort entspringt (und die rundherum liegenden Laender austrocknen laesst) und zweitens hoeren sie mit ihren Abhoergeraeten bis in den Irak rueber, von dort Oben aus.Dies . Diese Woche haben Syrien und Isreal das erste Mal oeffentlich bestaetigt, dass sie Friedensverhandlungen fuehren, mit Vermittlung der Turkei. Das ist ein guter Anfang, aber viel erhoffen tu ich mir davon ehrlich gesagt nicht...

Auf dem Golan, oesterreichischer UNO Checkpoint

So, und ich hoffe, es kommt mir jetzt niemand damit, dass ich antisemitisch bin. Das hat damit naemlich ganz und gar nichts zu tun. Ich moechte hier frei sagen, was ich gesehen und erlebt habe und ich moechte mich nicht selbst zensieren, wie es so oft in unseren Medien geschieht. Hier werden ganz eindeutig Menschenrechte verletzt und zwar im aergsten erdenklichen Ausmass: Das wird im Fall auch immer wieder von der UNO bestaetigt;

So, das wars ueber den Golan. Einer unheimlich schoenen Gegend, die einen sehr traurig macht.

Sonntag, 25. Mai 2008

Fotos fuer euch!

So, jetzt hab ich es endlich geschafft ein paar Fotos fuer euch ins Netz zu stellen. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber jetzt sind sie da!

Da ich schon ueber eine Stunde hier sitze, hab ich jetzt keine Lust mehr zu schreiben. Lasst mal die Fotos auf euch wirken! Mehr Fotos gibts auch hier:

http://www.souria.com/em/sn/index.asp

In der dritten Fotoreihe, zweites Bild: Julia, die freundliche Radlerin

Ja und sonst: Hatte am Wochenende wieder Magendarm Beschwerden. Das kriegen hier alle nach einer Woche. Aber nachdem ich eine knallgelbe, syrische Wundertablette genommen habe, bin ich wieder ok. Das freut mich natuerlich sehr, denn ich muss noch so viele gute Sachen probieren. Und die frischen Fruchtsaefte!!! Und das Pistazieneis!!!

Also, nicht vergessen: Morgen ab 15:00 Uhr FM4 hoeren! Da komm ich naemlich im Radio!!!

Besos
Julia

Dienstag, 20. Mai 2008

Fi Dimaschk

So, hallo wiedereinmal. Ich habs immer noch nicht geschafft meine Kamere hierher zu bringen, aber jetzt hab ich mal die Fotos auf dem Laptop von der Baerbel gesichert. Mal schauen ob ich in den naechsten Tagen euch mit ein paar Bildchen beeindrucken kann. Dies hier ist nicht von mir, aber trotzdem nett: Vom Souk aus der Blick auf die Moschee.
SyrDam03011
Mir gefaellts immer noch gut, was fuer eine Frage. Eigentlich bin ich schwer begeistert und komme schon seit Tagen aus dem Staunen nicht mehr raus. Es ist auch schon richtig sommerlich heiss (ich weiss ja, dass der Sommer in Oesterreich wieder einmal auf sich warten laesst....) und da freuts mich noch mehr hier zu sein. Ich bin fest am Arabisch pauken, mal sehen wie lange ich das noch durchhalte. Aber ich habe heute schon erfolgreich einen roten Kulli auf arabisch gekauft.

So, dann leg ich mal los mit meinem FTW Syrienbericht.
Wir kamen spaet in der Nacht in einem der staatlichen Luxushotels namens Ebla Cham Palace an. Wiedereinmal fuehlte ich mich ein wenig fehl am Platz bei dem ganzen Luxus. Wir wurden auch immer wie irgendwelche Diplomatinnen ueberall hin eskoltiert, was auch etwas gewoehnungsbeduerftig war. Aber gut, vom Libanon wusste ich ja bereits schon ein bisschen, wie das alles ablief. Ich verstehe ja, dass fuer die Leute hier mit ihrer Gastfreundschaft nur das Beste gut genug ist - und man will ja uns Westlerinnen nur das Gute vom Land zeigen. Damit hab ich mich dann nach und nach abgefunden, obwohl es immer noch nicht ganz in meinen Kopf reinpasste, dieser arm - reich Gegensatz. Aber so ist das Leben ja hier auch, es gibt die ganz Reichen und die ganz hundsarmen Menschen, das habe ich am eigenen Koerper erfahren.
Am ersten Radltag in Damaskus hats einige Verletzte gegeben, weil die Route ziemlich steil abwaerts ging (die haben die gesamte Autobahn fuer uns gesperrt). Vor allem die Frauen von hier konnten nicht so gut radfahren...es gab eine gebrochene Nase und einen gebrochenen Arm. Dann sind wir durch Damaskus geradelt, das war sehr nett, obwohl die Blicke - vor allem als wir durch die traditionellen Viertel kamen - nicht immer sehr freundlich waren. Aber der Grossteil der ZuschauerInnen winkten wie immer freudig. Am Abend sind wir dann zu der First Lady in den Palast gefahren, dort wurden wir dann von ihr empfangen. Die Frau Assad ist eher englisch als syrisch von Art und Aussehen und sehr gebildet, wirkt sehr nett. Naja, aber sie ist halt doch die Frau von einem autoritaeren Praesidenten. Deswegen fuehlte ich mich wieder einmal voellig zwiespaeltig und war daher eher desinteressiert an dem ganzen Politgehabe. Wir waren alle hungrig und haben die Snacks, die da bereitstanden sofort weggeputzt. Nach zwei Stunden dort sind wir dann in ein Restaurant, also sowas schreckliches war das: wir ausgehungert, ausserdem wars arschkalt und es hat teilweise richtig gestuermt. Und dann kommen wir dahin, das Restaurant sah aus wie ein Palast bei TausendundeinerNacht, aber im Disneyformat. Und, wir sassen draussen! Es erwartete uns ein bollywoodartiges Musical, bei dem es sogar einen fliegenden Teppich gab. Wir waren schon so fertig und muede, dass wir uns ueber all das nur noch totgelacht haben, es war zu absurd alles. Was dann weniger lustig war: Es warteten waehrend des ganzen Abends Frauen von UNHCR auf uns, die extra einen Vortrag ueber die Fluechtlingsfrauen hier in Syrien (aus dem Irak, Somalia, Palaestina etc.) vorbereitet haben. Und wir haben nicht gewusst, dass die da waren! Und somit schauten wir uns dieses laecherliche Alibaba Musical an, waehrend die UNHCR Frauen die Welt nicht mehr verstanden und natuerlich stock sauer waren. Das hat mich sehr aufgeregt.

Die Veronika haben dann zuhause noch a Schnaepsle getrunken, zur Verdauung des ganzen Hin und Hers und seelischen Auf und Ab.

Ja, das war so in Kurzfassung der erste Tag in Syrien. Der zweite dann das naechste Mal. Da waren wir naemlich im Golan, das war wunderbar schoen aber auch sehr bewegend...

Viele Kuesse aus Dimaschk.
yalla, schreibt mir mal!
Julia

Ps: Danke fuer das Lob Julia! des hot mi gfreut!

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Gut zu hoeren,
dass ihrs fein habt! und viel Besuch, so wie immer!...
Rina3 - 25. Jul, 10:48
Palmyra
... schön, dass es euch dort auch gefallen hat.
Treibgut - 24. Jul, 01:18
Hitze und andere Überschwemmungen
Hallo ihr Lieben! Wird mal wieder Zeit, dass ich mich...
juliaylasfresas - 21. Jul, 13:34
Fernweh!
Das klingt ja wunderbar - da ist mein Indianajones-Arächäologen. ..
woaschnuemmwoascheh - 20. Jul, 14:21
Hallo Madriderin!
Die Zeit vergeht so schnell! Es kommt mir vor als haettest...
Rina3 - 2. Jul, 07:35

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