Relax in Damaskus
Hier in Damaskus wohne ich in der Altstadt bzw. im christlichen Viertel (hier gibt es sogar Bier, aber leider niemand, mit dem ich es teilen kann). Ich habe ein etwas heruntergekommenes aber dennoch nettes Zimmer unterm Dach in einem alten Haus. Im unteren Stock wohnt eine Familie. Es gibt einen Innenhof mit einem Brunnen, der jedoch ausser Betrieb ist. Im oberen Stock wohnen Charlotte aus Deutschland, Baerbel aus Oesterreich und ich. Wir haben ein Bad, sehr spaerlich eingerichtet mit einem uralten, riesen Boiler, der eine Stunde braucht, bis das Wasser warm ist. Bisher habe ich mich nur kalt geduscht. Ist recht erfrischend und macht Spass. Eine Kueche gibts auch. Und vor allem eine sehr nette Terasse. Das ganze erinnert mich etwas an Andreas Wohnung in Cadiz. Ich habe heute viel geschlafen und fuehle mich schon wieder sehr erholt von den ganzen Strapazen. Gestern Nacht habe ich noch meine Palaestina Erlebnisse aufgearbeitet bzw. aufgeschrieben, weil mich das doch etwas mitgenommen hat. Ich werde das mit euch teilen, dann wenn Palaestina an der Reihe ist.
Morgen geht mein Arabischkurs los. Um Halb Acht muss ich auf der Matte stehen. Kein Problem fuer mich, denn ich bin die letzten zwei Wochen immer um Sechs aufgestanden...Representing Peace ist fast ein 24 Stunden Programm!
Es ist so schoen ruhig hier, Vogelgezwitschere, die nicht immer ganz talentierten Muezzine, die endlich frische Waesche im Wind...ich geniesse die Ruhe nach dem Sturm.
Hier noch ein Nachtrag zum Libanon, ein Ausszug aus meinem Reisetagebuch:
Die Tage fliessen schon durcheinander (obwohl ich erst gestern am fruehen Morgen angekommen bin), weil wir in so wenig Zeit so viele Sachen erlebt und Dinge gesehen haben. Beirut ist sehr teuer. Ich habe gestern Abend in der Tapas Bar 45 US$ fuers Abendessen ausgegeben! Das schaff ich nicht mal in Wien! Beirut ist ganz anders als ich mir vorgestellt habe, obwohl ich nie ein klares Bild im Kopf hatte. Ich stellte mir die Stadt dennoch etwas orientalischer vor. BEIRUT - das klingt fuer mich sehr nach TausendundeineNacht. Tatsaechlich ist es hier ein bisschen so wie in Spanien: Billige, schreckliche Plattenhochhaeuser werden aus dem Boden gestampft - eh klar, die mussten die Stadt nach dem Buergerkrieg so schnell wie moeglich wieder aufbauen. Aber Beirut ist so europaeisch! Abgesehen von den gleichen Geschaeften (Vero Moda, Mango etc.) ist auch das Nachtleben wie in Europa. Die Menschen wirken sehr offen und tolerant, obwohl sie noch in einem sehr traditionellen Denken verwurzelt sind (Kinder haben ohne vorher geheiratet zu haben gibts nicht, Jungfraeulichkeit bei Frauen wird glorifiziert).
Dennoch wirken die Frauen sehr unabhaengig und emanzipiert. Maenner dominieren dennoch ueberall auf den Strassen, in den Cafes. Auch unsere OrganisatorInnen hier im Libanon sind zu 80% maennlich. Sie wirken dennoch nicht so wie die typischen arabischen Machos (eher anzutreffen in Jordanien, Syrien und Palaestina).
Alle Menschen mit denen ich es hier zu tun habe sind hoch gebildet. Da kann ich mit meinem Wissen einpacken. Viele sprechen Englisch, Franzoesisch und Arbisch und das fliessend.
Hier ist alles sehr friedlich. Die Panzer und Maschinengewehre passen irgendwie gar nicht hierher. Aber wenn ich mir die Waffen laenger ansehe, ueberkommt mich dieses beklemmende Gefuel, dass dies nur ein truegerischer Friede ist, der wahrscheinlich nur aufgrund dieser Waffen besteht. Die jungen Menschen hier aber, die ich kennengelernt habe, kaempfen fuer ihre Freiheit und sie wollen Demoktratie. Freie Meinungsaeusserung ist ihnen sehr wichtig (die Reaktionen auf die Mohammed Karrikaturen finden sie unverstaendlich). Sie sind wirklich sehr kultiviert hier. Ich hoffe, dass der Libanon die Kurve kratzt. Denn dann kann dies ein wirklich vorreiterisches demoktratisches Land werden, das zum Vorbild fuer den ganzen Nahen Osten werden koennte.
Morgen geht mein Arabischkurs los. Um Halb Acht muss ich auf der Matte stehen. Kein Problem fuer mich, denn ich bin die letzten zwei Wochen immer um Sechs aufgestanden...Representing Peace ist fast ein 24 Stunden Programm!
Es ist so schoen ruhig hier, Vogelgezwitschere, die nicht immer ganz talentierten Muezzine, die endlich frische Waesche im Wind...ich geniesse die Ruhe nach dem Sturm.
Hier noch ein Nachtrag zum Libanon, ein Ausszug aus meinem Reisetagebuch:
Die Tage fliessen schon durcheinander (obwohl ich erst gestern am fruehen Morgen angekommen bin), weil wir in so wenig Zeit so viele Sachen erlebt und Dinge gesehen haben. Beirut ist sehr teuer. Ich habe gestern Abend in der Tapas Bar 45 US$ fuers Abendessen ausgegeben! Das schaff ich nicht mal in Wien! Beirut ist ganz anders als ich mir vorgestellt habe, obwohl ich nie ein klares Bild im Kopf hatte. Ich stellte mir die Stadt dennoch etwas orientalischer vor. BEIRUT - das klingt fuer mich sehr nach TausendundeineNacht. Tatsaechlich ist es hier ein bisschen so wie in Spanien: Billige, schreckliche Plattenhochhaeuser werden aus dem Boden gestampft - eh klar, die mussten die Stadt nach dem Buergerkrieg so schnell wie moeglich wieder aufbauen. Aber Beirut ist so europaeisch! Abgesehen von den gleichen Geschaeften (Vero Moda, Mango etc.) ist auch das Nachtleben wie in Europa. Die Menschen wirken sehr offen und tolerant, obwohl sie noch in einem sehr traditionellen Denken verwurzelt sind (Kinder haben ohne vorher geheiratet zu haben gibts nicht, Jungfraeulichkeit bei Frauen wird glorifiziert).
Dennoch wirken die Frauen sehr unabhaengig und emanzipiert. Maenner dominieren dennoch ueberall auf den Strassen, in den Cafes. Auch unsere OrganisatorInnen hier im Libanon sind zu 80% maennlich. Sie wirken dennoch nicht so wie die typischen arabischen Machos (eher anzutreffen in Jordanien, Syrien und Palaestina).
Alle Menschen mit denen ich es hier zu tun habe sind hoch gebildet. Da kann ich mit meinem Wissen einpacken. Viele sprechen Englisch, Franzoesisch und Arbisch und das fliessend.
Hier ist alles sehr friedlich. Die Panzer und Maschinengewehre passen irgendwie gar nicht hierher. Aber wenn ich mir die Waffen laenger ansehe, ueberkommt mich dieses beklemmende Gefuel, dass dies nur ein truegerischer Friede ist, der wahrscheinlich nur aufgrund dieser Waffen besteht. Die jungen Menschen hier aber, die ich kennengelernt habe, kaempfen fuer ihre Freiheit und sie wollen Demoktratie. Freie Meinungsaeusserung ist ihnen sehr wichtig (die Reaktionen auf die Mohammed Karrikaturen finden sie unverstaendlich). Sie sind wirklich sehr kultiviert hier. Ich hoffe, dass der Libanon die Kurve kratzt. Denn dann kann dies ein wirklich vorreiterisches demoktratisches Land werden, das zum Vorbild fuer den ganzen Nahen Osten werden koennte.
juliaylasfresas - 17. Mai, 16:27
