Rompamos el silencio
...wir brechen das Schweigen...
Hier in Madrid ist diese Woche sozialer Kampf angesagt. Unter Rompamos el Silencio versteht sich eine punktuelle Koordination von Kollektiven und sozialen Organisationen der autonomen und antikapitalistischen Linken.
Einfacher ausgedrückt: Hier geht es darum, dass sich Leute treffen, die gegen das kapitalistische System, soziale Ungerechtigkeiten, Umweltverschmutzung etc. protestieren wollen und zusammen punktuelle Protestaktionen durchführen. Ich möchte euch von meiner ganz persönlichen Erfahrung berichten.
Georg und ich waren schon sehr neugierig, was dieses Rompamos el silencio (RES) denn sei. Weil im Internet nicht sehr viel Info zu finden war, haben wir uns entschlossen heute mal dort vorbei zu schauen und bei einer Aktion mitzumachen. Das Thema der heutigen Aktion war "Globalisation und Widerstand", das war das einzige was wir wussten. Wir waren ein bisschen zu früh dort (wie es sich für ÖsterreicherInnen gehört) und nach und nach trudelten ca. 60 Personen ein. Wir setzten uns zusammen und uns wurde erklärt, was für eine Atkion geplant war: Es wird eine Protestaktion gegen Repsol (spanische Erdöl und Erdgas Firma) geben, um gegen deren Umweltverschmutzung und Ausbeutung, vor allem der indigenen Bevölkerung in Südamerika, zu demonstrieren (weitere Info auf der HP von RES). Vor einem Gebäude sollten 2 Plakate ausgebreitet werden, gleichzeitig würde es ein kleines Theaterstück über die Vorgehensweise von REPSOL geben und wir würden ein kleines, stinkendes Andenken vor dem Gebäude hinterlassen (verdorbener Fisch), symbolisches Zeichen für die Verpestung von Landstrichen durch die Ölförderung. Das ganze sollte 10 Minuten dauern. Gut, alle waren einverstanden und wir begaben uns zur U-bahn. Die Protestaktion fand vor dem Gebäude der Caixa (die Bank, die Hauptfinanziererin von Repsol ist) statt, es war sehr kurz, sehr friedlich und sehr kreativ.
Auf dem Rückweg zur U-bahn kam mit Blaulicht die Polizei mit 4 gepanzerten Kleinbussen angerückt. Die Hälfte der Gruppe war schon auf dem Weg nach unten in die U-bahnstation, als die Polizisten mit Gummiknüppeln in der Hand aus ihren Fahrzeugen springen und den Leuten nachlaufen. Georg und ich befanden uns schon auf der anderen Straßenseite und waren somit eher Beobachtende als Betroffene. Wir gingen auf der anderen Seite unerkannt zur U-bahn runter und hören schon auf dem Stiegen Schreie. Als wir unten ankamen, sehen wir einen Polizisten mit dem Knüppel auf einen Burschen einschlagen und andere drei waren weiter vorne mit anderen Mädels und Burschen beschäftigt. Georg und ich waren durch eine Glasscheibe vom Geschen getrennt und konnten somit ohne Gefahr alles beobachten. Ein Polizist stand einer junger Frau so fest auf den Fuß, dass diese sich nicht mehr bewegen konnte. Als eine andere Frau ihr zu Hilfe kam, packte der Polizist ihre Köpfe und macht Anstallten sie zusammen zustoßen. Dann zerrt er die Frauen an den Haaren mit.
(Schau genau im Hintergrund)
Weiter oben auf den Stiegen haben sie mittlerweile einen jungen Mann und eine Frau verhaftet...Versuche von Seiten der VermittlerInnen mit der Polizei zu verhandeln wurden nicht einemal angehört. Die Leute von RES sagen uns, wir sollen gehen, sie regeln das schon. Also, gehen die AktivistInnen Richtung Bahnsteig, aber ein SecurityMann wollte sie heldenhaf aufhalten und begann die Leute anzurempeln. Darauf hin kommen wieder Polizisten die Stiegen herunter geflitzt und es beginnt erneut eine wahllose Hetzjagt mit Gummiknüppeln. Als sich die Situation beruhigt hat, gehen Georg und ich auch zum Bahnsteig, wo eine Gruppe von ca. 20 Leute am Boden saß, umzingelt von Polizisten...2 Leute verhaftet, angeklagt wegen Ruhestörung und Widerstand gegen die Staatsgewalt, die anderen erwarten finanzielle Strafen sowie schmerzhafte Hämatome.
So sieht's aus liebe Leute mit der unserer Demokratie. Die Polizei - dein Freund und Helfer - im Dienste der großen Macht der Bankenchefs und all diesen geldgierigen Millionären, die jeden Tag noch reicher auf Kosten Anderer werden, verteidigen mit brutalen Schlägen ihr Regime. Wegen einer kurzen, 10minütigen Protestaktion einer antisystemischen Gruppe, die alles andere als gewaltätig war. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was jeden Tag passiert und nirgends im Fernsehen gezeigt wird. Und wenn, dann werden wir noch dazu als die Bösen dargestellt. Also, Brechen wir das Schweigen...Don't let them do that to you.
Hier in Madrid ist diese Woche sozialer Kampf angesagt. Unter Rompamos el Silencio versteht sich eine punktuelle Koordination von Kollektiven und sozialen Organisationen der autonomen und antikapitalistischen Linken.
Einfacher ausgedrückt: Hier geht es darum, dass sich Leute treffen, die gegen das kapitalistische System, soziale Ungerechtigkeiten, Umweltverschmutzung etc. protestieren wollen und zusammen punktuelle Protestaktionen durchführen. Ich möchte euch von meiner ganz persönlichen Erfahrung berichten.
Georg und ich waren schon sehr neugierig, was dieses Rompamos el silencio (RES) denn sei. Weil im Internet nicht sehr viel Info zu finden war, haben wir uns entschlossen heute mal dort vorbei zu schauen und bei einer Aktion mitzumachen. Das Thema der heutigen Aktion war "Globalisation und Widerstand", das war das einzige was wir wussten. Wir waren ein bisschen zu früh dort (wie es sich für ÖsterreicherInnen gehört) und nach und nach trudelten ca. 60 Personen ein. Wir setzten uns zusammen und uns wurde erklärt, was für eine Atkion geplant war: Es wird eine Protestaktion gegen Repsol (spanische Erdöl und Erdgas Firma) geben, um gegen deren Umweltverschmutzung und Ausbeutung, vor allem der indigenen Bevölkerung in Südamerika, zu demonstrieren (weitere Info auf der HP von RES). Vor einem Gebäude sollten 2 Plakate ausgebreitet werden, gleichzeitig würde es ein kleines Theaterstück über die Vorgehensweise von REPSOL geben und wir würden ein kleines, stinkendes Andenken vor dem Gebäude hinterlassen (verdorbener Fisch), symbolisches Zeichen für die Verpestung von Landstrichen durch die Ölförderung. Das ganze sollte 10 Minuten dauern. Gut, alle waren einverstanden und wir begaben uns zur U-bahn. Die Protestaktion fand vor dem Gebäude der Caixa (die Bank, die Hauptfinanziererin von Repsol ist) statt, es war sehr kurz, sehr friedlich und sehr kreativ.
Auf dem Rückweg zur U-bahn kam mit Blaulicht die Polizei mit 4 gepanzerten Kleinbussen angerückt. Die Hälfte der Gruppe war schon auf dem Weg nach unten in die U-bahnstation, als die Polizisten mit Gummiknüppeln in der Hand aus ihren Fahrzeugen springen und den Leuten nachlaufen. Georg und ich befanden uns schon auf der anderen Straßenseite und waren somit eher Beobachtende als Betroffene. Wir gingen auf der anderen Seite unerkannt zur U-bahn runter und hören schon auf dem Stiegen Schreie. Als wir unten ankamen, sehen wir einen Polizisten mit dem Knüppel auf einen Burschen einschlagen und andere drei waren weiter vorne mit anderen Mädels und Burschen beschäftigt. Georg und ich waren durch eine Glasscheibe vom Geschen getrennt und konnten somit ohne Gefahr alles beobachten. Ein Polizist stand einer junger Frau so fest auf den Fuß, dass diese sich nicht mehr bewegen konnte. Als eine andere Frau ihr zu Hilfe kam, packte der Polizist ihre Köpfe und macht Anstallten sie zusammen zustoßen. Dann zerrt er die Frauen an den Haaren mit.
(Schau genau im Hintergrund)
Weiter oben auf den Stiegen haben sie mittlerweile einen jungen Mann und eine Frau verhaftet...Versuche von Seiten der VermittlerInnen mit der Polizei zu verhandeln wurden nicht einemal angehört. Die Leute von RES sagen uns, wir sollen gehen, sie regeln das schon. Also, gehen die AktivistInnen Richtung Bahnsteig, aber ein SecurityMann wollte sie heldenhaf aufhalten und begann die Leute anzurempeln. Darauf hin kommen wieder Polizisten die Stiegen herunter geflitzt und es beginnt erneut eine wahllose Hetzjagt mit Gummiknüppeln. Als sich die Situation beruhigt hat, gehen Georg und ich auch zum Bahnsteig, wo eine Gruppe von ca. 20 Leute am Boden saß, umzingelt von Polizisten...2 Leute verhaftet, angeklagt wegen Ruhestörung und Widerstand gegen die Staatsgewalt, die anderen erwarten finanzielle Strafen sowie schmerzhafte Hämatome.
So sieht's aus liebe Leute mit der unserer Demokratie. Die Polizei - dein Freund und Helfer - im Dienste der großen Macht der Bankenchefs und all diesen geldgierigen Millionären, die jeden Tag noch reicher auf Kosten Anderer werden, verteidigen mit brutalen Schlägen ihr Regime. Wegen einer kurzen, 10minütigen Protestaktion einer antisystemischen Gruppe, die alles andere als gewaltätig war. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was jeden Tag passiert und nirgends im Fernsehen gezeigt wird. Und wenn, dann werden wir noch dazu als die Bösen dargestellt. Also, Brechen wir das Schweigen...Don't let them do that to you.
juliaylasfresas - 4. Jul, 19:39
